Das Original

Ein persönlicher Kommentar von René Götz.

Die Nachbarschaft liebt die Hofflohmärkte. Hätte man mir vor weit über einem Jahrzehnt gesagt, dass ich dieses wunderbare Projekt neben München auch in Köln, Stuttgart, Frankfurt, Hannover, Dortmund und demnächst vielen weiteren Städten initiieren darf, hätte ich ungläubig den Kopf geschüttelt. Auf ein Viertel folgte das Nächste, auf eine neue Stadt eine Weitere. Zahlreiche Viertel, Städte, Gemeinden und vor allem Nachbarschaften möchten das Projekt vor der eigenen Haustür erleben und unterstützen – und dafür stehe ich sehr gerne zur Verfügung. Seit 2003/04 biete ich eine vertrauensvolle und ehrliche Plattform der Hofflohmärkte an.

Doch Hofflohmärkte sind nicht gleich Hofflohmärkte.

Verwunderte Nachbarn melden sich seit diesem Jahr mit immer den gleichen Hinweis bei mir. Ein sogenanntes, investorengestütztes Nachbarschafts-Start-Up hat unzählige Termine in verschiedenen Städten veröffentlicht. Doch diese Termine werden größtenteils nicht realisiert. Diese angeblichen Hofflohmärkte sind ein reines Lockmittel – sie laden ein zum großflächigen Datenfang! Über 95 Prozent der angegebenen Veranstaltungen fanden nach meiner Recherche nicht statt. Wenn dann mal ein Termin mit sehr wenigen Höfen „geöffnet“ wird, dann ist dieser mit vorsicht zu geniessen. Man kann zwar anhand eines einfachen Online-Plans auf Tour gehen, doch aus eigener Erfahrung – wie z.B. in Obermenzing getestet – machte ein Großteil der Nachbarn garnicht mit. Bei manchen eingetragenen Häusern standen wir vor verschlossenen Höfen. Aus Neugier habe ich geklingelt und manchmal öffnete man mir verwundert die Tür. „Man kenne dieses Start-Up nicht.“ oder „Wir haben uns nicht angemeldet.“ Aussagen, wie das man beliebig im Viertelplan Höfe anmelden konnte, hat uns sehr verwundert. Manchen Nachbarn waren die Werbeluftballons des Berliner Unternehmens sogar etwas unangenehm – denn das wirkte vielmehr wie eine sonntägliche Werbeveranstaltung. In Milbertshofen gab es große Enttäuschung von der unprofessionellen Organisation. Aus Ramersdorf teilte man uns eine sehr sehr geringe Besucherfrequenz mit – kein Vergleich mit den von uns initiierten Hofflohmärkten. Und andere waren genervt von den vielen Werbenachrichten dieses Start-Ups. „Dadurch wird die Nachbarschaft als Ganzes kommerzialisiert“ – so der Wortlaut von enttäuschten Teilnehmern.

Meine Person als unabhängige und neutrale „One-Man-Show“ mit vielen engagierten Freunden, Bekannten, Unterstützern und natürlich Nachbarn initiiert Hofflohmärkte echt und ehrlich. Wir haben unsere Hofflohmärkte nun mit Hinweis „das Original“ markiert. Wer unsicher ist, kann die richtigen Termine auf unserer Seite www.hofflohmaerkte.de in den Städten und Vierteln abgleichen. Dadurch haben Teilnehmer eine zuverlässige und erfahrene Quelle in Sachen Realisierung und Organisation.

Von Anfang an glaubte ich an die gute Idee der Hofflohmärkte. Ich glaube an eine authentische und persönliche Nachbarschaft und eine Gesellschaft, die zusammenhält. Ich finde Nachhaltigkeit absolut notwendig, schätze alle Generationen von Jung bis Alt und ich wünsche mir eine bunte, lebendige und facettenreiche Viertelkultur. Das ist der Grund warum ich die Hofflohmärkte initiiere und nicht um einen Investor glücklich zu machen, sondern um der Gesellschaft etwas Gutes zu geben.

Von Hofflohmärkten wird man gewiss nicht reich im finanziellen Sinne – nur reich an Erfahrung mit Menschen und dem Leben ansich. Sehr gerne habe ich dafür viel Engagement, Herzblut, Zeit, wenig Schlaf und viel Geld aus der eigenen Tasche bezahlt.

Natürlich respektiere und schätze ich Initiatoren, die dieses oder ähnliche Projekte auch über mehr als fünfzehn Jahren mit viel Leidenschaft realisieren und aufgebaut haben.

Übrigens … die Geschichte der Hofflohmärkte – so wie wir sie aus heutiger Sicht kennen – haben wir übrigens hier zusammengeschrieben.

Meiner Meinung nach funktionieren Hofflohmärkte nur als Serie in einer Stadt, so wie man dies von „unseren“ Hofflohmärkten kennen und lieben gelernt hat. Diese Idee der Viertel-Wochenendtouren ist absolut einzigartig. Aus diesem Grund kann man seine Stadt oder Viertel gerne bei mir per Mail auf der Wunschliste vormerken lassen, sollte es dort noch keine Hofflohmärkte geben. Gemeinsam und partnerschaftlich macht es dann einfach mehr Spaß. Weitere Städte stehen für die Zukunft in den Startlöchern und darauf freue ich mich wirklich sehr.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und das Vertrauen. Von Herzen möchte ich mich bei meiner Familie, meinen Freunden und den ganzen Unterstützern der letzten Jahren bedanken. Nur durch Euch sind die Hofflohmärkte ein echtes Family & Friends – Unternehmen : )

Ich wünsche allen Besuchern, Teilnehmern und Nachbarn ganz viel Spaß beim Trödeln über die Hofflohmärkte.

renegoetzMit nachbarschaftlichen und herzlichen Grüßen,

René Götz
rene.goetz@stadtfavoriten.de